Kulturstadt Winterthur
Sonntag, 28. September 2025, 17:00, gate27
Duo Éclat: Ronny Spiegel, Violine und Luisa Sereina Splett, Klavier
Andrea Sutter, Violoncello
Programm:
Alfred Felder (*1950) Bild einer Ausstellung (UA) für Violine und Klavier
Sandra Goldberg (*1953) Duett für Violine und Klavier
Ethel Smyth (1858-1944) Sonate Op. 7 für Violine und Klavier
Hermann Götz (1840-1876) Trio Op. 1 für Violine, Violoncello und Klavier
Das Auftakt-Konzert der Reihe zeigt verschiedene Aspekte des Winterthurer Musik-Lebens. Alfred Felder, Sandra Goldberg und Hermann Götz haben in Winterthur ihren Lebensmittelpunkt gefunden. Doch auch das Musikverlagswesen spielt in Winterthur eine tragende Rolle: so erschien der Erstdruck der Violinsonate von Ethel Smyth bei dem Winterthurer Verlag Riet-Biedermann.
Eine Weltpremiere feiert bei diesem Konzert das Auftragswerk „Bild einer Ausstellung“ des Komponisten Alfred Felder. Er schreibt dazu:
„Wenn ich die kulturellen Eigenschaften von Winterthur benennen muss, denke ich an das Musikkollegium und an drei Museen: das Kunstmuseum am Stadtgarten, die Villa Flora und die Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz. Diese Museen zeigen Weltklasse-Bilder von weltberühmten Malern.
Einer meiner liebsten Maler ist Henri de Toulouse-Lautrec. Von ihm hängt im Museum Römerholz das Bild „Die Clownesse Cha-U-Kao (1895)“
Es zeigt die burschikose, grell geschminkte Clownesse in dunkler Pumphose und gelbem Rüschen-Oberteil. Sie wendet sich uns mit offenem Blick zu; ganz im Gegensatz zu der fülligen in sich versunkenen „Gabrielle la danseuse“ neben ihr. Die Szene spielt in dem berühmten Vergnügungsort „Moulin rouge“ in Paris.
Dieses fantastische Bild möchte ich musikalisch ausdrücken/beschreiben. Es berührt mich sehr, diese Stimmung von „gespielter“ Freude und Depression. Alles versteckt und doch ganz klar da, von tänzerisch bis ruhig, ist alles vorhanden.“
Ich hab’noch ein Saxophon in Berlin
Sonntag, 16. November 2025, 17:00, reformierte Kirche Mattenbach
Duo KLUSA: Kathrin von Kieseritzky, Saxophone und Luisa Sereina Splett, Klavier
Programm:
Fanny Hensel, geb. Mendelssohn (1805-1847) Fantasie g-Moll (Cello u. Klavier)
Gustav Bumcke (1876-1983) Sonate b-Moll op.68
Isao Matsushita (1951-2018) Atoll II
Mayako Kubo (1947*) „Ein Streifen Land II“ EA)
Erwin Dressel (1909-1972) Partita
Emilie Mayer (1812-1883) Sonate d-Moll (Cello u. Klavier)
Die Geschichte des Saxophons zeichnet die Musik- und Weltgeschichte mit – fand es im Jazz zu sofortigem Höhenflug, wurde es von den Nationalsozialisten in Deutschland als suspekt empfunden. Es galt als Instrument der Arbeiterklasse, die Kompositionen dafür brachen mit Traditionen im Klang und Rhythmus. Im Berlin der 1920er fanden die verschiedenen Strömungen des Saxophons zusammen: Jazz, Avantgarde, Tänze und Märsche, und bis heute gilt Berlin als eines der Zentren in der Geschichte des Saxophons.
In diesem Programm werden Berliner „Klassiker“ des Saxophons mit neuer, in Berlin komponierter Musik kombiniert. Wir sind überzeugt: Auch Emilie Mayer und Fanny Hensel, deren musikalisches Wirken in der heranwachsenden Stadt Berlin deutliche Spuren hinterließ, wären von dem unverwechselbaren Gesang des Saxophons begeistert gewesen, deshalb spielen wir von ihnen je ein arrangiertes Werk.
Premiere feiert dieses Programm am 2. November 2025 in Berlin-Steglitz, gefördert von der Dezentralen Kulturarbeit Berlin. Das Werk der in Berlin lebenden Komponistin Mayako Kubo wird dabei zur Uraufführung kommen, bei dem Konzert in Winterthur wird „Ein Streifen Land“ zum ersten Mal in der Schweiz aufgeführt.
Die Komponistin schreibt zu ihrem Stück:
„Was ist ein Streifen Land?
Ein schmaler Grat, ein Zwischenraum, ein Ort voller Spannung. Der Gazastreifen mit seinen 40 km, der Berliner Mauerstreifen mit 160 km, der Todesstreifen zwischen Nord- und Südkorea mit 248 km – all diese Orte stehen als Sinnbilder für Trennung, Konflikt, und doch auch Hoffnung.
Wenn Musik im Jahr 2025 entstehen soll, dann muss sie Bedeutung tragen: Wozu?
Dieses neue Werk ist ein Gebet für Frieden. Es sucht den Dialog in der Sprache der Klänge, wo Worte oft versagen. Es ist ein Aufruf zur Überwindung der Grenzen – in der Welt und in uns selbst.
Ein Streifen Land II ist dem Duo „KLUSA“ gewidmet und symbolisiert die Kraft der Zusammenarbeit. Es erinnert uns daran, dass selbst in den schmalsten Zwischenräumen, wo Zerrissenheit regiert, die Möglichkeit für Verständnis und Versöhnung wohnt.“
Cidade Maravilhosa – Rio de Janeiro
Sonntag, 11. Januar 2026, 17:00, Kirchgemeindehaus Liebestrasse
Sylvia Thereza und Luisa Sereina Splett, Klavier
Werke von Komponistinnen und Komponisten aus Rio de Janeiro für Klavier zu vier Händen.
Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Instituto Piano Brasileiro gestaltet.
Paris – Quelle Belle Époque!
Sonntag, 15. März 2026, Stadthaus Winterthur
Agata Lazarczyk, Violine; Meredith Kuliew, Viola; Chiara Samatanga, Violoncello
Luisa Sereina Splett, Klavier
Mélanie Bonis (1858-1937) Klavierquartett B-Dur
Louise Héritte, geb. Viardot (1841-1918) Klavierquartett B-Dur
Marie Jaell, geb. Trautmann (1846-1925) Klavierquartett g-Moll
Im Mittelpunkt steht das Klavierquartett von Marie Jaell -Trautmann, welches bisher nur als Manuskript existiert. Es soll für dieses Konzert im Winterthurer Musikverlag Amadeus erscheinen und unsere Probenarbeit wird gleichzeitig als Lektorat dienen.
Quintets from the East Coast
Sonntag, 10. Mai 2026, gate27
Galatea Quartett und Luisa Sereina Splett, Klavier
Klavierquintett fis-Moll Op. 67 von Amy Beach (1867-1944)
Klavierquintett a-Moll von Florence Price (1887-1953)
Klavierquintett “Annunciation” von Philip Glass (1937*)
Die Ostküste der USA und drei so verschiedene und doch so repräsentative Komponist*innen stehen bei diesem Konzert im Mittelpunkt.